Führen nach dem Flow-Prinzip
Samstag, 3. Nov 2007 6:30 von Wolff Horbach

In den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts hat der aus Ungarn stammende und in den USA tätige Glücksforscher Mihaly Csikszentmihalyi (sprich: Tschik Sent Mihaji) bahnbrechende Entdeckungen gemacht, die wir uns heute zu Nutze machen können.
Csikszentmihalyi wollte dem Geheimnis des Glücks auf die Spur kommen. Er stattete dazu Hunderte von Versuchspersonen mit kleinen Geräten aus, die mehrfach am Tag – aber für die Versuchsperson nicht vorhersehbar – piepten. Die Versuchsperson hatte dann sofort in einem vorbereiteten Bogen einige Fragen zu beantworten: “Wo sind Sie jetzt? Was tun Sie gerade? Sind Sie alleine oder mit anderen zusammen?” usw. Auffallende viele Probanden berichteten dann, wenn sie sich besonders glücklich fühlten, von einem Fließgefühl. Daher nannte Csikszentmihalyi es Flow. Das gleichnamige Buch ist ein Klassiker der Glücksforschung.
Csikszentmihalyi hat auch den Flowkanal definiert:
Flow entsteht nur, wenn Fähigkeiten und Herausforderungen in Einklang sind. Sind die Fähigkeiten hoch, die Herausausforderungen und Aufgaben dagegen gering, so stellt sich rasch Langeweile ein. Übersteigen die Herausforderungen aber die Fähigkeiten, dann entsteht schnell Stress und Angst.
Mein Eindruck in Unternehmen ist, dass sich nur die wenigsten Mitarbeiter im Flowkanal befinden und daher weder optimale Leistung für das Unternehmen bringen noch sich wohl fühlen. Sowohl der überforderte als auch der unterforderte Mitarbeiter sind eher frustriert als glücklich.
In diesem Sinne ist es eine Führungsaufgabe erster Kategorie, dafür sorgen, dass sich möglichst viele Mitarbeiter möglichst oft im Flowkanal befinden.
Und wie sieht das bei Ihnen aus?
Hier schreibt

Das kann ich sehr gut nachvollziehen. Um Mitarbeitern möglichst oft im “Flowkanal fliegen zu lassen” braucht es aus meiner Erfahrung eben nicht nur die Fähigkeit des situativen Führens und theoretische Kenntnisse, die in diversen Management Seminaren vermittelt werden, sondern vor allem eine Führungsperson, die ihre eigenen Schatten kennt und umarmen kann. Denn sonst werden persönliche Themen schnell verschoben, was den Kontakt zum Mitarbeiter massgeblich stört und sicherlich nicht zu einem Arbeiten im Flow führt. Somit fängt gute Führung für mich immer bei guter Selbstführung an.
Danke Cordula für den Hinweis. Es ist natürlich nicht nur Führungsaufgabe für andere, sondern auch für sich selbst. Nur wenn ich mich selbst kenne und weiß, welche Tätigkeiten mich in den Flow führen, kann ich ihn gezielt herbeiführen. Ob für sich selbst oder für andere: Aufmerksamkeit ist ein Hauptschlüssel dazu.
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