Kann man Glück messen?
Montag, 12. Nov 2007 16:37 von Wolff Horbach

Meter, Sekunden, Kilogramm, Ampere, Euro. Wir können fast alles messen. Aber Glück?
Ist Glück nicht etwas Schwammiges, etwas Undefinierbares, etwas Unfassbares? Ja und Nein. Es wird sicherlich nie eine verbindliche Maßeinheit geben, mit der man sagen kann, der und der hat 7,3 Glück und ein anderer nur 5,7 Glück. Aber jeder Mensch kann für sich entscheiden, wie glücklich er sich fühlt. Bisher haben sich noch alle Menschen sich auf einer Glückskala einschätzen können: von 1 (total unglücklich) bis 100 (total glücklich). Die Messungen – besser Schätzungen – sind daher nicht objektiv, sondern subjektiv.
Manche Menschen sind mit der Einschätzung eher vorsichtig (“ungefähr 80″), andere glauben, sehr präzise sein zu müssen (“83″). Auf jeden Fall bekommt man auf diese Weise eine Maßzahl, die sehr nützlich ist:
- Wenn ich diese Messungen für mich persönlich hin und wieder vornehme, erkenne ich, ob es mir besser oder schlechter geht. Wenn ich mich entschieden habe, ein glücklicher(er) Mensch zu werden, kann ich daran meinen Fortschritt messen.
- Wenn man viele Menschen einer Gruppe, eines Landes oder einer Nation um diese Einschätzung bittet, so bekommt man einen guten Vergleichsmaßstab.
Für vereinfachte Zwecke kann man auch mit einer Skala von 1 bis 10 arbeiten. Bei jedem Vorgesetzten müssten die Alarmglocken läuten, wenn der Durchschnittswert des Teams unter 7 fällt.
Probieren Sie es einmal aus. Wie hoch ist Ihr Wert? Wie hoch ist der Durchschnittswert des Teams?
Hier schreibt

Wolff,
das Problem bei solchen Schätzung kann darin liegen, dass verschiedene Menschen die Skala selbst verschieden interpretieren.
Ich habe einmal eine ähnliche Abfrage in einem Workshop zum Thema Zufriedenheit am Arbeitsplatz gemacht, einzuschätzen von 1 bis 10, 10 = sehr gut.
Einer schätze seine Zufriedenheit mit 6 ein, ich fragte was ihm nicht gefiele, er meinte eigentlich sei er sehr zufrieden. Auf mein verwundertes Staunen erläuterte er seine Einschätzung damit, dass nach seiner Meinung eine Zufriedenheit über 7 am Arbeitsplatz gar nicht möglich sei.
7 war für ihn also das höchste …
Lieber Jörg, das ist interessant. Ich bin mir der Unsicherheit der Schätzungen wohl bewusst. Diese Unsicherheiten sind aber gar nicht so schlimm:
1. Wenn einer die Schätzung für sich alleine macht, so wird er sie immer nach dem gleichen Maßstab machen. Da kommt es nur auf die Veränderung an.
2. Wenn die Schätzung im Team erfolgt, dann wird darüber diskutiert. Dann wird sich dann ein gemeinsamer Vergleichsmaßstab einpegeln.
Wichtig ist das Wahrnehmen, das genaue Hinsehen. Und das sich damit auseinandersetzen: was trägt zum Glück bei? was ist dem Glück eher abträglich?