Was ist Personal Mastery?
Samstag, 17. Nov 2007 11:54 von Wolff Horbach

Personal Mastery (Persönliche Meisterschaft) ist die erste von fünf Disziplinen einer Lernenden Organisation. Der Organisationswissenschaftler Peter M. Senge beschreibt die Disziplinen (Vorgehensweisen) ausführlich in seinem berühmten Buch “Die fünfte Disziplin. Kunst und Praxis der lernenden Organisation”. Zu der ersten Disziplin sagt er:
Persönliche Meisterschaft geht über die Kompetenzen und Fähigkeiten hinaus. Es bedeutet, Leben als eine schöpferische Arbeit; Leben aus einer kreativen Sicht, im Gegensatz zu einer reaktiven.
Persönliche Meisterschaft ist, das zu schaffen, was man will: im Leben und in der Arbeit. Ständig wachsende persönliche Meisterschaft ist eine Disziplin auf der Grundlage einer Reihe von Grundsätzen und Praktiken:
- eine persönliche Vision haben
- persönliche Zwecke verfolgen
- das Halten einer kreativen Spannung zwischen Vision und gegenwärtiger Realität
- die Widersprüche zwischen Vision und Realität spüren und ihre Auswirkungen mildern
- das Bekenntnis zur Wahrheit und
- das Verstehen des Unterbewusstseins.
Praktiker der persönlichen Meisterschaft weisen die folgenden Merkmale auf:
- Sie sehen einen Sinn hinter ihren Zielen.
- Ihre Vision ist mehr als ein Aufruf; mehr als eine gute Idee.
- Sie sehen die gegenwärtige Realität als Verbündeten, nicht als Feind.
- Sie haben sich verpflichtet, die Wirklichkeit immer genauer zu sehen.
- Sie sind extrem neugierig.
- Sie leisten keinen Widerstand, sondern arbeiten mit den Kräften des Wandels.
- Sie fühlen sich mit anderen und dem Leben selbst verbunden.
- Sie haben das Gefühl, dass sie Teil eines größeren kreativen Prozesses sind, den sie beeinflussen, aber nicht einseitig kontrollieren können.
Peter Senge weist einen einfachen Weg zu effizienter Führung: Vormachen, was man von anderen erwartet (be a model).
“Verpflichte Dich zur persönlichen Meisterschaft.“
Hier schreibt

Als das Buch vor ca 10 Jahren auf den deutschen Markt kam, fiel es mir natürlich auch in die Hände. Ich war damals Teil einer privaten Arbeitsgruppe von Beratern und Trainern, die auf der Basis und den Erkenntnissen von Peter Senge arbeiten. Wir hatten den Personal Chef eines Unternehmens dabei, das weltweit zu den größten Global Playern gehört.
Ich habe viel gelernt in der Zeit. Ende der 90iger ist es uns nicht gelungen in Deutschland ein Unternehmen zu finden, das von sich sagen konnte – und / oder wollte – wie das Lern-Bewußtsein der Mitarbeiter vor dem Hintergrund der fünf Disziplinen zu beschreiben wäre.
In Zeiten von Job-Rotationen der 30 – 45 Jährigen, der Quartalberichte und Zahlenfixierung, der Auswertung des Happy-Planet- und Korruptionsindex, der fehlenden oder zaghaft beginnenden Global Governance Diskussion incl. der Mutlosigkeit in einigen Führungsetagen kann ich nur folgenden Erfahrungsfundierten Rat geben: findet einen verantwortungsvollen
Familienunternehmer mit Experimentierlaune, der die Zeichen der Zeit erkannt hat und weder sich noch anderen ( Investoren ) etwas beweisen muß. Und wenn man dann als Berater mit so einem Menschen zusammensitzt, macht es richtig Lust für die Zukunft zu arbeiten. Aber solche Zusammentreffen sind Glücksfälle. Gott sei Dank kenne ich das Gefühl. Es war ein Meilenstein zu meiner persönlichen Meisterschaft als Wirtschafts-Mediator.
Hallo Thomas,
ich stimme dir voll zu. Das Thema “Lernende Organisation” scheint in den allermeisten Unternehmen (noch) kein Thema zu sein. Ich kann mich in meiner langjährigen Berufspraxis an keine Firma erinnern, in denen die Lernende Organisation annähernd gelebt wurde. Aber an jede Menge Firmen, in denen die Abteilung A gegen die Abteilung B kämpfte. Darunter einige Konzerne und eine Menge großer Mittelständler.
Die absolute Höhe war sogar die Verweigerung von Lernen. Ich war einmal an einem Projekt beteiligt, bei dem wir ein neues Telefon konzipiert sollten. In der ersten Phase legten sechs verschiedene Teams ein Konzept vor. Davon wurden die besten drei ausgewählt und zu einem virtuellen Prototypen weiterentwickelt. Die drei Prototypen wurden mit potentiellen Kunden in England, Frankreich und Deutschland getestet. Ich gehörte zum Siegerteam: wir haben bei einem groß angelegten Usabilitytest als absolut beste abgeschnitten. Das schlechteste Team war ein Konzern-internes. Aber hat man die beste Lösung genommen? Hat man vom besten Team gelernt? Hat man unsere Ideen angehört und weiterentwickelt? NEIN! Man hat einen Mischmasch aus den Lösungsvorschlägen der beiden schlechteren Team gewählt! Soviel zur Lernenden Organisation eines Weltkonzerns.
[...] kann. Man braucht ja nur einmal das “Bierspiel” spielen, wie es Peter Senge in “Die fünfte Disziplin” ausführlich beschreibt. Da sieht man schon, dass auch relativ einfache Systeme bedingt [...]