Kein Sex bei der Deutschen Bank?
Mittwoch, 21. Nov 2007 13:49 von Wolff Horbach

Texanische Frauen lieben Sex. Das fand vor ein paar Jahren der Nobelpreisträger Daniel Kahneman heraus. Für die Deutsche Bank Research scheint das Thema “Sex” zu heikel zu sein …
Kahneman wollte herausfinden, wie sich die Stimmung von Menschen im Laufe des Tages ändert. 909 beruftätige Frauen aus Texas wurden gebeten, den Tag in Abschnitte einzuteilen wie in Filmszenen. Sie sollten berichten, was sie in jeder dieser Sequenzen taten und wer außer ihnen noch beteiligt war. Schließlich sollten sie einschätzen, wie sie sich in jeder Situation fühlten und eine Punktzahl vergeben; die höchste Punktzahl war 10.
Der britische Glücksforscher Sir Richard Layard stellt in seinem Buch “Die glückliche Gesellschaft” die Ergebnisse so dar (Seite 27, Abschnitt):

Ganz oben im Glücksempfinden steht mit einer Durchschnittspunktezahl von 4,7 Sex. Nicht zuletzt wegen dieses Ergebnisses ist die Kahneman-Untersuchung ein Klassiker der Glücksforschung geworden.
Der Think Tank der Deutsche Bank Gruppe, die Deutsche Bank Research, hat sich im Frühjahr 2007 auch mit der Glücksforschung beschäftigt. Sie hat dazu die Studie “Die glückliche Variante des Kapitalismus” [PDF, 24 Seiten] erstellt. Als ich dort auf Seite 5 die gleiche Kahneman-Untersuchung vorfand, war ich nicht überrascht. Aber als ich die Präsentation der Ergebnisse (Abschnitt) sah, schon:

Aus Sex sind “Enge Freundschaften” geworden. Hat die Deutsche Bank (Research) ein Sex-Problem?
Hier schreibt

[...] Ergebnis: Am meisten liebten die Frauen Sex mit einer durchschnittlichen Punktezahl von 4,7 und einer durchschnittlichen Dauer von 0,2 Stunden [...]