Pendeln macht unglücklich und krank
Sonntag, 25. Nov 2007 10:47 von Wolff Horbach

Morgens im Stau zur Arbeit, abends im Stau zurück. Oder zwei lange Zugfahrten. Egal wie: Pendeln macht unglücklich und krank. Und dass kann man sogar in Geld umrechnen.
Vor ein paar Jahren hat der der Nobelpreisträger Daniel Kahneman die Stimmungsänderung von Menschen im Laufe des Tages untersucht. 909 beruftätige Frauen aus Texas wurden gebeten, den Tag in Abschnitte einzuteilen wie in Filmszenen. Sie sollten berichten, was sie in jeder dieser Sequenzen taten und wer außer ihnen noch beteiligt war. Schließlich sollten sie einschätzen, wie sie sich in jeder Situation fühlten und eine Punktzahl vergeben; die höchste Punktzahl war 10.
Das Ergebnis: Am meisten liebten die Frauen Sex mit einer durchschnittlichen Punktezahl von 4,7 und einer durchschnittlichen Dauer von 0,2 Stunden je Tag (12 Minuten!). Am unangenehmsten war Pendeln, die tägliche Fahrt zum Arbeitsplatz und zurück. Das Pendeln wurde mit 2,6 Punkten bewertet, nahm aber im Schnitt 1,6 Stunden in Anspruch!
Harald Willenbrock schreibt in seinem Buch “Das Dagobert-Dilemma - Wie die Jagd nach Geld unser Leben bestimmt” über eine noch umfassendere Untersuchung in Deutschland. Die Ökonomen Alois Stutzer und Bruno S. Frey haben aus den umfangreichen Daten des “Sozioökonomischen Panel” errechnet, was Pendeln für die Lebenszufriedenheit bedeutet:
Je länger der Weg zur Weg zur Arbeit, umso geringer die Lebenszufriedenheit. Mit jeder Minute Pendeln pro Tag sank auch das allgemeine Wohlempfinden der Arbeitnehmer - diejenigen, die eine Stunde zum Job verbrachten, gaben (auf einer Skala von 1 bis 10) eine um 0,31 Punkte niedrigere Lebenszufriedenheit an als jene, die nur zehn Minuten für den Weg zur Arbeit brauchten. Ein Drittel Punkt weniger klingt undramatisch, tatsächlich entspricht es aber einem Äquivalent von 40% des Durchschnittseinkommens. Im Klartext: Um den Verlust an Lebensqualität auszugleichen, den die Pendler durch einen einstündigen Arbeitsweg erleiden, müsste man ihnen eine Gehaltserhöhung von 40% genehmigen!
Siehe auch “Pendeln macht krank“.
Was hilft?
Da wäre zunächst zu unterscheiden: Sind Sie schon Pendler? Oder werden Sie vielleicht demnächst Pendler?
Wenn Sie schon Pendler sind:
- Lohnt sich ein Wechsel des Arbeitsplatzes? Je nach Pendelzeit kann dabei sogar eine Gehaltsreduzierung sinnvoll sein.
- Lohnt ein Umzug in die Nähe des Arbeitsplatzes?
- Können Sie Arbeitsbeginn und/oder Arbeitsende so verschieben, dass Sie eine günstigere Bahnverbindung nehmen oder Staus vermeiden können?
- Können Sie mit dem Arbeitgeber ein Heimarbeitstag vereinbaren? Bei einem Tag in der Woche reduzieren Sie Ihre Pendelzeit schon um 20%!
- Können Sie durch Fahrgemeinschaften die Pendelzeit weniger belastend für den Einzelnen gestalten?
- Können Sie durch den Wechsel des Verkehrsmittels die Pendelzeit anders gestalten? Wenn Sie mit der Bahn statt mit dem Auto fahren, können Sie lesen oder ein Nickerchen machen.
Überlegen Sie sich das dreimal, demnächst Pendler zu werden: Es lockt vielleicht eine höheres Gehalt bei einem Arbeitgeber, der weiter entfernt ist. Aber dafür bezahlen Sie einen verdammt hohen Preis. Der Rausch der Gehaltserhöhung ist schnell verflogen, der Pendlerstress bleibt dauerhaft.
Hier schreibt

[…] was lese ich hier? Pendeln macht unglücklich! Zitiert wird eine Studie: Je länger der Weg zur Weg zur Arbeit, umso […]
[…] dreieinhalb Jahre ihres Lebens mit unwichtigen und überflüssigen E-Mails verplempern und dass der tägliche Weg zur Arbeit unglücklich und krank macht. Der Autor nimmt alle Effizienzkiller aufs Korn und bereitet damit den Weg zur Besserung […]
[…] dreieinhalb Jahre ihres Lebens mit unwichtigen und überflüssigen E-Mails verplempern und dass der tägliche Weg zur Arbeit unglücklich und krank macht. Der Autor nimmt alle Effizienzkiller aufs Korn und bereitet damit den Weg zur Besserung […]
[…] missfallen, die jeder Pendler dabei jährlich produziert. Der tägliche Weg zur Arbeit macht auch unglücklich. Daniel Kahnemann, Nobelpreisträger für Wirtschaftswissenschaften, wollte 2004 herausfinden, wie […]