Was ist Happiness Economics?
Montag, 3. Dez 2007 13:26 von Wolff Horbach

Happiness Economics heißt auf Deutsch: Glücksökonomie. Sie ist eine noch recht junge Wissenschaft mit einem interessanten Untersuchungsgegenstand: dem Zusammenhang von Glück und wirtschaftlichem Handeln.
Die meisten Wirtschaftswissenschaftler gehen immer noch davon aus, dass unser wirtschaftliches Handeln logisch ist. Sie glauben, dass wir vor dem Kauf einer Ware oder Dienstleistung uns Gedanken machen, Alternativen abwägen und dann klug und rational entscheiden. Tun wir aber nicht. Ein paar Forschungs-Ergebnisse der Happiness Economics:
- Ein Überangebot an Waren lässt die Kauffreudigkeit drastisch sinken.
Bisherige Annahme: Je größer das Warenangebot, desto besser für den Kunden. - Geld spielt bei der Gewinnung, Bindung und Motivation von Mitarbeitern eine untergeordnete Rolle.
Bisherige Annahme: Geld ist ein sehr wichtiger Faktor. - Wer einen längeren Arbeitsweg in Kauf nimmt, um einen besseren Job zu bekommen, macht einen schweren Fehler.
Bisherige Annahme: Wir müssen Flexibilität finanziell belohnen. - Glückliche Menschen sind erfolgreich.
Bisherige Annahme: Wer erfolgreich ist (Mein Haus, mein Boot, …) wird glücklich.
Diese wenigen Beispiele zeigen schon, wie Unternehmen von den Erkenntnissen der Happiness Economics profitieren können:
- Ein reduziertes Warenangebot, welches Kunden den Entscheidungsstress erspart, führt wahrscheinlich zu mehr Umsatz. Aldi hat das schon lange kapiert.
- Unternehmen sollten die Bewerber weniger nach den Gehaltswünschen, sondern mehr nach den Gestaltungswünschen und Talenten fragen. Sie werden damit interessantere Mitarbeiter anziehen. Positives Beispiel: Google.
- Unternehmen könnten dafür sorgen, dass die Mitarbeiter möglichst kurze Wege zur Arbeit haben.
- Unternehmen sollten bei der Auswahl von Mitarbeitern nicht nur deren fachliche Qualifikation berücksichtigen, sondern auch deren Glücksfähigkeit.
Das Beste: Das Unternehmen engagiert eine(n) Glücksbeauftragte(n).
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