Haben Manager noch Vertrauen zueinander?
Dienstag, 5. Aug 2008 20:01 von Wolff Horbach
Jochen Mai von Karrierebibel.de schreibt heute über eine interessante Untersuchung: Jobwechsel – 37 Prozent der Manager fürchten neue Kündigung:
Erstaunlich: Wenn Manager den Job wechseln, dann bangen allenfalls 8 Prozent von ihnen darum, den künftigen Herausforderungen nicht gewachsen zu sein. Auch die Akzeptanz der neuen Kollegen bereitet allenfalls 3 Prozent Kopfzerbrechen. Das spricht zunächst für ein ausgeprägtes Selbstbewusstsein. Zunächst. Denn jetzt kommt’s: Ganze 70 Prozent der Manager sorgen sich bei einem Jobwechsel, ob die Zusagen aus den Vertragsverhandlungen auch tatsächlich eingehalten werden. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage unter 1886 Führungskräften der Jobbörse Placement24.
[...]
Aus meiner Sicht, stellt dieses Umfrageergebnis den knapp 2000 befragten Managern eher ein Armutszeugnis aus.
Der Satz, der mich besonders umgehauen, hat ist folgender: Ganze 70 Prozent der Manager sorgen sich bei einem Jobwechsel, ob die Zusagen aus den Vertragsverhandlungen auch tatsächlich eingehalten werden.
Sagen wir mal so: Manager verhandeln über ihren neuen Arbeitsvertrag mit Managern. Oder? Was bedeutet es jetzt, wenn 70 Prozent der Manager ihren Kollegen misstrauen, ob sie die Verträge, die sie unterschrieben haben, auch wirklich einhalten?
Mir liegt es fern, Manager-Schelte zu betreiben. Manager sind wichtig und viele machen einen hervorragenden Job. Aber die Anzeichen von Mißtrauen sind doch gravierend. Ich möchte verstehen, wie es zu solchen Ausmaßen kommt.
Mein Thema ist Glück. Glück für die Menschen innerhalb und außerhalb der Unternehmen. Eine wichtige Voraussetzung für Glück ist Vertrauen. Es ist schrecklich, wenn Menschen nicht mehr vertrauen. Die Folgen sind Angst, Depressionen, Burnout. Alles verbunden mit einem gravierenden Verlust an Lebensqualität. Das können und dürfen wir nicht zulassen!
Hier schreibt

Lieber Herr Horbach,
wenn ich mal erklären darf: Ein leitender Angestellter hat keine Rechte. Versprechungen sind nichts wert, bzw müssten im Fall der nicht Einhaltungen eingeklagt werden. Damit ist dann aber auch der Job weg. Wer klagt kann gleich einpacken. Der Betriebsrat fühlt sich auch nicht zuständig, freut sich sogar darüber, denn wir sind ja der Feind.
Habs selber erlebt. Die versprochene Gehaltsstufe meines Jobs habe ich nie bekommen. Gründe wurden immer bunter und waren vorgeschoben. Da heisst es schlucken oder gehen. Gruß MK
[...] Besonders deutsche Männer sehen sich ja immer gerne als “harte Kerle” und wollen die schleichenden Anzeichen nicht wirklich wahrhaben, die sie sich selbst als “Ich bin doch kein Weichei” oder “Warmduscher” von der inneren Festplatte fegen: Depressison, Gewichtszu- oder abname, Impotenz, Schlafstörungen, Gereitzheit u.v.m. bis hin zur Selbstaufgabe oder gar Selbsttötung. All diese Faktoren sind ernst zu nehmen und wahrlich kein “Spielball großer Jungens”. Wandern solche Faktoren in die ganz hohen Etagen, kommen die bekannten Fehlentscheidungen deutlich zum Vorschein, die immer häufiger durchs TV oder die Bücherwelt geistern (erinnere nur an den Titel “Nieten in Nadelstreifen”). Kein Wunder, wenn Manager nicht mal mehr Vertrauen zu Managern haben: “Ganze 70 Prozent der Manager sorgen sich bei einem Jobwechsel, ob Zusagen aus Vertragsverhandlungen auch tatsächlich eingehalten werden” (Details auf Blog Faktor-G). [...]
[...] Besonders deutsche Männer sehen sich ja immer gerne als “harte Kerle” und wollen die schleichenden Anzeichen nicht wirklich wahrhaben, die sie sich selbst als “Ich bin doch kein Weichei” oder “Warmduscher” von der inneren Festplatte fegen: Depressison, Gewichtszu- oder abname, Impotenz, Schlafstörungen, Gereitzheit u.v.m. bis hin zur Selbstaufgabe oder gar Selbsttötung. All diese Faktoren sind ernst zu nehmen und wahrlich kein “Spielball großer Jungens”. Wandern solche Faktoren in die ganz hohen Etagen, kommen die bekannten Fehlentscheidungen deutlich zum Vorschein, die immer häufiger durchs TV oder die Bücherwelt geistern (erinnere nur an den Titel “Nieten in Nadelstreifen”). Kein Wunder, wenn Manager nicht mal mehr Vertrauen zu Managern haben: “Ganze 70 Prozent der Manager sorgen sich bei einem Jobwechsel, ob Zusagen aus Vertragsverhandlungen auch tatsächlich eingehalten werden” (Details auf Blog Faktor-G). [...]