Glückliche Mitarbeiter – Specialisterne arbeitet erfolgreich mit Autisten
Montag, 25. Aug 2008 15:14 von Wolff Horbach

Haben Sie auch den Film Rain Man gesehen? Dustin Hoffman spielt darin einen Autisten, der sich ganze Telfonbücher merken kann, aber kaum in der Lage ist, den normalen Alltag zu bewältigen. Vielleicht hat Rain Man dazu beitragen, unser Bild von Autisten zu prägen: Verrückt, extrem zurückgezogen, unkommunikativ. Auf jeden Fall zum Arbeiten in einer modernen Firma, in der heute Flexibilität und Teamfähigkeit zählt, völlig ungeeignet.
Falsch! Autisten haben extreme Fähigkeiten, die für bestimmte Tätigkeiten sehr wertvoll sind.
Spiegel online berichtet heute von dem dänischen IT-Unternehmen Specialisterne, welches Autisten für Spezialtätigkeiten einsetzt und dabei sehr erfolgreich ist:
Autisten nicht als Behinderte zu sehen, sondern ihre besonderen Fähigkeiten zu nutzen. Das ist die Idee des dänischen IT-Unternehmens Specialisterne, bei dem Jensen für Kunden wie GlobalConnect die Kabellegung plant. Übersetzt bedeutet der Name “Spezialisten” und genau das sind Autisten.
Sie sind oft auf einzelnen Gebieten hochbegabt und haben ein weit besseres Gefühl für Details als Nicht-Autisten. Fehlerlos endlose Zahlenkolonnen zu überprüfen, ist für Autisten kein Problem. Sie können für Softwaretests eingesetzt werden oder Mobiltelefone auf ihre Funktionen hin testen. Schwer hingegen fällt ihnen Teamarbeit. Empathie zählt nicht zu ihren Stärken. In einer Arbeitswelt, die Teamfähigkeit meist ganz oben in jedes Anforderungsprofil schreibt, haben sie kaum eine Chance – außer bei Specialisterne.
Ich finde das sehr interessant. Bestätigt dies doch das “Führen nach dem Flow-Prinzip“: Mitarbeiter arbeiten an den Dingen, die sie am besten können. Das führt zu einer Spitzenleistung für das Untenehmen und macht gleichzeitig die Mitarbeiter sehr zufrieden, weil sie oft in den Flow-Zustand kommen. Die Autisten bei Specialisterne dürften auf jeden Fall glücklich sein: Werden Sie doch in Frieden gelassen, können sich total auf das konzentrieren, was sie am liebsten machen und verdienen dafür auch noch gutes Geld. Welch eine Alternative zu dem sonst üblichen Ausgestoßensein in der Gesellschaft!
Zudem dürfte noch jemand ein sehr glücklicher Mensch sein: Der Specialisterne Gründer Thorkil Sonne. Angestoßen durch den Autismus des eigenen Sohnes hat er etwas bemerkenswert Neues geschaffen:
“Ich erkannte, dass Autismus mehr sein muss, als eine Behinderung”, erzählt der großgewachsene Däne. Kurze Zeit darauf, im Jahre 2004, kündigte er seinen gut bezahlten Job bei einem Telekommunikationskonzern, belastete sein Haus mit einem Kredit und startete mit Specialisterne. Er hatte nicht viel Geld und keine Ahnung, wie man ein Unternehmen führt. Aber er hatte einen festen Willen: “Ich wollte Menschen wie meinem Sohn eine Zukunft schaffen.”
Anmerkung: In einer früheren Fassung war das Name des Specialisterne-Gründers irrtümlicherweise mit Christian Jensen angegeben. Richtig ist Thorkil Sonne.
Hier schreibt

[...] Ich höre schon so manchen Jammerlappen jaulen, ich kann doch nix, man läßt mich ja nicht. Ich tue das nicht als Ausrede ab, denn wenn ich mal wieder abends auf dem Sofa klebe kann ich gut nach empfinden wie schwer es ist den Ar*** hoch zu bekommen. Aber es lohnt sich. Und jeder hat Stärken. Wenn es dafür noch Belege Bedarf verweise ich auf diesen Artikel bei Faktor G [...]
specialisterne ist die Zukunft ! auch ich bin AS und habe die damit einhergehenden Schwierigkeiten in der ArbeitsGesellschaft. specialisterne zeigt uns einen Ausweg Dank eines mutigen innovativen Vaters !!
aber: wundert mich, dass noch niemand den Namen korrigiert hat !! der Gründer von specialisterne heisst Thorkil Sonne !! wer ist der fälschlich erwähnte Mensch, kenne seinen Namen nicht..
medea
@ medea: Danke für den Tipp. Ich habe den Namen des Gründers korrigiert. Christian Jensen ist ein Mitarbeiter von Specialisterne.