Wo sind Sie am kreativsten?
Donnerstag, 4. Sep 2008 10:05 von Wolff Horbach
Vor vielen Jahren habe ich mal eine Zeit lang genau aufgeschrieben, wann und wo ich Ideen hatte: an welchem Wochentag, zu welcher Uhrzeit, wie ging es mir gerade? Nachdem ich ein paar Dutzend von diesen Notizen ausgewertet hatte, fiel mir folgendes auf:
- Die meisten Ideen hatte ich am Wochenende und nicht während der Arbeitswoche.
- Meistens war ich sehr entspannt und fühlte mich sehr wohl.
- Die Ideen kamen oft spontan während ich etwas anderes tat und nicht, wenn ich angestrengt darüber nachdachte.
- Die Ideen kamen häufiger beim Spaziergang oder unter der Dusche als am Schreibtisch.
Alan Kay, eine äußerst kreativer Mensch, hat mal erzählt, dass ihm die meisten Ideen unter der Dusche einfielen. Als er für Apple arbeitete, wollte er eine Dusche in sein Büro einbauen lassen. Aber das würde ihm verwehrt. Alan meinte, diese Verweigerung hätte Apple wahrscheinlich Millionen gekostet.
Markus Albers ist der Meinung, dass man im Büro weniger kreativ ist: “Fünf Fakten über Kreativität, die Sie kennen sollten” und Alexander Greisle stellt dazu die Frage “Kann man am Schreibtisch kreativ sein?“.
Und wie geht es Ihnen? Wo sind Sie am kreativsten?
Hier schreibt

Ich habe ähnliche Erfahrungen gemacht. Besonders gut klappt es bei mir mit den , wie zum Beispiel Radfahren.
Meine Erfahrungen:
Ich nehme mir während meiner Arbeitszeit eine bewusste Auszeit, die ich der Kategorie “Ideenfinden” zuordne. Unter der Dusche fällt mir nichts ein — außerdem bin ich recht schnell fertig (max. 5 Min.), spare dadurch vielleicht jede Menge Wasser …
Ich gehe nach draußen, entweder in die Natur (Felder, Wald und Wiesen), auf Spazierwegen an der Illmenau entlang oder durch Friedhöfe.
Vor dem Gehen überdenke ich kurz die vorliegenden Informationen und formuliere eine konkrete Frage. Nicht, dass ich über diese Frage dann nachdenken wollte. Ich gebe sie einfach an mein Gehirn weiter — das soll sich ja damit beschäftigen, während ich gehe. Ich gehe auch los, wenn ich wütend bin oder in einer Sache feststecke. Schuhe an, Mütze auf und flott ausgeschritten.
Nach einer guten Viertelstunde finde ich meistens meinen Gehrhythmus, der dann auch mein Gehirn entsprechend in Takt bringt. Und so gehe ich eben eine halbe Stunde bis eine Stunde. Die Gedanken entwickeln sich dann von alleine, ja, spontan, ohne Anstrengung. Das heißt, die Anstrengung liegt allein im Aufraffen und Losgehen.
Ich muss meine Ideen und Anregungen während meines Denkgangs nur noch einsammeln und in die richtige Ordnung bringen. Manchmal bin ich von meinen Ideen so überrascht und begeistert, dass ich noch eine halbe Stunde dranhänge, nur um das Wunderwerk in meinem Gehirn länger auszukosten.