Wirtschaftskrise? – Machen Sie Ihr eigenes Konjunkturprogramm!
Donnerstag, 13. Nov 2008 12:04 von Wolff Horbach
Wir sind in Deutschland gerade mal wieder dabei, uns in eine Krise zu reden. Eigentlich ist eine Rezession erst dann eingetreten, wenn die Wirtschaft schrumpft. Aber das ist den Pessimisten zu wenig. Daher haben sie die technische Rezession erfunden. Die tritt laut Definition schon dann ein, wenn in zwei Quartalen nacheinander das Wachstum zurückgeht. Welch ein Unsinn!
Nach dieser kruden Formel hätten wir auch dann eine Rezession, wenn wir im 1. Quartal ein Wachstum von 100% hätten, im 2. Quartal von 99,9% und im 3. Quartal von 99,8%. Das ist genau so sinnvoll wie die Definition von Armut: Als arm gilt in der EU jemand, der weniger als 60% des Durchschnittseinkommens hat. Also ist man mit 500 Millionen unter Milliardären schon arm. Das kommt davon, wenn Mathematik als Schulfach abgewählt werden kann!
Zurück zur angeblichen Rezession. Es sind nicht die angeblich objektiven Zahlen, die uns erschrecken, sondern die Angst vor der Angst. Sobald jemand nur von Rezession oder Krise redet, erstarren viele Menschen und machen ihren Geldbeutel wieder zu. Dabei liegen alleine in Deutschland mehrere Billionen Euro auf Bankkonten.
Ich bin entschieden dafür, das Feld nicht den Miesmachern und Schwarzmalern zu überlassen. Ich bin entschieden dafür, gerade jetzt Optimismus zu zeigen. Was brauchen wir denn noch?
- Wir leben seit über 60 Jahren in Frieden. Und ich gehöre zu einer Generation, die gute Aussichten hat, im gesamten Leben nicht in Kriegshandlungen verwickelt zu werden.
- Wir sind von Freunden umzingelt. Die Politik nach dem 2. Weltkrieg bis heute hat dazu geführt, dass Deutschland in der Welt das höchste Ansehen genießt.
- Wir genießen höchste Freiheiten. Noch nie gab es für jeden Einzelnen so viele Wahlmöglichkeiten, sein Leben frei zu gestalten. Die Welt steht uns offen.
- Das Internet bietet förmlich jedem der möchte, die Gelegenheit sich äußern, ein Business aufzubauen, sich mit vielen anderen Menschen zu verbinden und auszutauschen.
- Der neu gewählte amerikanische Präsident Barack Obama ist eine große Chance, dass das die USA sich wieder auf das besinnen, was sie stark und angesehen gemacht haben: Große Freiheiten, hohe Werte und Chancen für den Einzelnen. In der Zusammenarbeit zwischen den USA und Europa gibt es vielfältige Chancen für die Werte und die Kultur des “alten Europa”.
Daher meine Empfehlung/Bitte an Sie: Setzen Sie sich leidenschaftlich dafür ein, das wir optimistisch nach vorne sehen und uns die Zukunft gestalten, die wir gerne hätten. Ignorieren Sie die schlechten Nachrichten. Machen Sie Ihr eigenes Konjunkturprogramm!
Hier schreibt

Wie problematisch die Angst vor der Angst sein kann, hatte bereits Roosevelt in seiner Inauguralrede am 4. März 1933 gesagt:
„Laßt mich meiner festen Überzeugung Ausdruck geben, daß wir nur vor einem Angst haben müssen — vor der Angst.”
Quelle, u.a. Zeit: http://www.zeit.de/1967/52/Angst-vor-der-Angst
Danke! Sehr gelungener Beitrag!
Ich hätte es wirklich nicht besser formulieren können!
Man sollte die Menschen auch darüber aufklären, dass es in sämtlichen Lebensbereichen viele Alternativen gibt, die für jeden auch Zukunftsperspektiven bieten können. Leider wird einem dazu in den Mainstreammedien zuwenig berichtet.
@ Johannes:
Danke für das Lob.
@ Florian:
Klar, wenn ich über Chancen nachdenke, sollte ich viele Alternativen in Betracht ziehen. Zukunftsperspektiven sind dabei wichtig. Wir können ja alle dazu beitragen, dass mehr und qualitativ besser darüber berichtet wird.
Nachrichten zu ignorieren ist meiner Meinung nach auch nicht der richtige Weg. Kommt ja nur drauf an wie wir sie bewerten und interpretieren. Für die Flexiblen, vor allem für jene, die das Internet und die damit entstehenden Vertriebs- und Publikationswege zu nutzen verstehen ist das die Chance schlechthin.
@ Michael:
Es geht nicht darum, Nachrichten zu ignorieren, sondern sich nicht von jeder Nachricht beirrren zu lassen. Journalisten arbeiten bekanntlich nach dem Motto “Good news are no news”. Daher stürzen sie sich begierig auf jede negative Nachricht. Eine Katastrophe ist aus journalistischer Sicht die beste Nachricht. Aber müssen uns ja nicht auf negative Nachricht stürzen.
Ein Beispiel von heute: Die Bundesagentur hat erneut niedrigere Arbeitslosenzahlen gemeldet. Aber anstatt uns darüber zu freuen, fürchten wir mehr Arbeitslosen im nächsten Jahr.
Die Weltwirtschaft ist kein Schicksal, sondern wir machen die Weltwirtschaft. Wenn wir – ich und du jetzt anpacken, gestalten wir eine positive Zukunft. Wenn wir uns jetzt vor lauter Angst zurückziehen, wird es entsprechend.
[...] können, können wir Ängste wandeln, Krisen bewältigen und damit die Chance zu wachsen nutzen. Wolff Horbach lädt in seinem Posting ein, die Wirtschaftskrise mit Hilfe von Fakten realistisch zu betrachten [...]