Veronika ist besser als Ferrari
Dienstag, 23. Dez 2008 15:44 von Wolff Horbach
Mit schöner Regelmäßigkeit wird der Schweizer Ökonom Prof. Bruno Frey zur Beziehung von Geld und Glück befragt. Frey ist weltweit einer der führenden Forscher auf dem Gebiet der Happiness Economics – der Glücksökonomie. Passend zum Weihnachtsfest – dem Fest mit der größten Glückssehnsucht – fragt diesmal die FAZ nach: Glücksforschung: “Ein Ferrari macht nicht lange glücklich”. Ein Auszug:
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Wenn mehr Geld nicht glücklich, Geld verlieren aber unglücklich macht, macht denn wenigstens Geld ausgeben glücklich?
Wir wissen, dass Materialisten, die sehr auf das Geld aus sind, weniger glücklich sind als Idealisten, die sich weniger um ihr Einkommen kümmern. Wenn das Vermögen wächst, sind die Materialisten immer noch nicht zufrieden; denen reicht es nie. Die meisten Menschen erwarten zu viel vom Konsum und überschätzen das zukünftige Glück, das sie aus den materiellen Gütern ziehen.
Das klingt weihnachtlich. Was bringt mehr Glück als der Materialismus?
Das “relationale Glück”. Das ist die Zufriedenheit, die wir aus Freundschaft, Familie und dem Umgang mit guten Bekannten ziehen.
Warum hält der Idealismus länger als der Materialismus?
Wer einen neuen Ferrari erworben hat, fühlt sich wie im Paradies – aber leider nur im ersten Moment. Nach zwei Wochen findet man den Schlitten ziemlich selbstverständlich. Das Glücksgefühl nutzt sich ab. Bei einem guten Freund oder einer Freundin ist das ganz anders. Die Freundschaft erleben wir immer wieder neu als belebend und bereichernd.
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Wie sehr hat die Glücksforschung eigentlich die ökonomische Wissenschaft verändert?
Sie hat sehr vieles verändert. Wir wissen heute wieder, wofür die Wirtschaft eigentlich da ist. Das haben wir ein bisschen vergessen. Wirtschaft ist nicht um ihrer selbst willen oder um des abstrakten Ziels des Sozialprodukts willen da. Jetzt wissen wir wieder: Es geht um unser Wohlbefinden.
Genau, den letzten Satz finde ich am wichtigsten: Es geht um unser Wohlbefinden.
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