SAP zurück zum Glück
Mittwoch, 1. Sep 2010 9:29 von Wolff Horbach
Vor ein paar Monaten schrieb ich hier, wie der SAP-Aufsichtsrat-Vorsitzende und Mitbegründer Hasso Plattner die Notbremse zog: SAP – eine glückliche Firma? In Harvard Business Manager zeigt jetzt der SAP-Kenner Prof. Dr. Thomas Hutzschenreuter “Wie SAP wieder glücklich wird“:
Anfang Februar versprach Hasso Plattner vor Journalisten und Analysten: “Ich werde alles dafür tun, dass SAP wieder eine glückliche Firma wird, mit glücklichen Kunden” und – was er nicht direkt sagte, aber meinte – mit glücklichen Mitarbeitern.
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Wunderbar, das ist das, was ich hier immer wieder betone: Der Weg geht nur über Mitarbeiter, die sich im Unternehmen wohl fühlen. Die von ihren Vorgesetzten, Kollegen und Mitarbeitern Respekt und Wertschätzung erfahren. Und die ihre einzigartigen Fähigkeiten und Talente einbringen dürfen.
Hutzschenreuter kommentiert weiter:
Wie konnte SAP zu einem aus Sicht der Kunden, Mitarbeiter und Aktionäre derart unglücklichen Unternehmen werden? Meine These lautet: Das SAP-Management ist – wie eine Reihe anderer Unternehmen auch – blindlings einem verhängnisvollem Trend gefolgt. Dieser Trend ist die Überbetonung der (operativen) Rendite.
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SAP war anders, erfrischend anders. Die Kunden waren glücklich, weil sie tatsächlich im Mittelpunkt standen. Die Mitarbeiter waren glücklich, weil sie spürten, dass das Management ihren Einsatz honorierte und ihnen zuhörte. Die Aktionäre waren glücklich, weil sie gut verdienten.
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Der Kommentar zeigt, dass die Überbetonung der Rendite ein Irrweg ist, der sehr teuer werden kann:
[...] Wie lange wird es dauern, bis SAP wieder eine glückliche Firma sein wird? Das Unternehmen war 35 Jahre glücklich und wurde innerhalb von zwei Jahren unglücklich. Ich fürchte, dass es länger als zwei Jahre dauern wird, bis die Kunden dem Konzern wieder vertrauen, bis die Mitarbeiter wieder volles Engagement zeigen und bis die Anleger wieder von SAP überzeugt sind.
Zum Schluss spricht er eine eindeutige Warnung an alle Manager aus:
Hütet euch davor, die Interessen Einzelner überzubetonen. Schützt vielmehr die Identität eurer einzigartigen Unternehmen.
Hier schreibt

Leider ist SAP wohl nicht die einzige unglückliche Firma. Firmen dieser Größe sind einfach nicht wirklich 100% beeinflussbar bis ins Detail. Kleine Firmen haben hier klare Vorteile..